Geometrie und Projektziel stehen fest. Nun muss man auch tatsächlich den Sprung wagen und Stahlrohre in Form biegen, sägen, schleifen und fräsen. Schnell ist man dann auch schon beim Schweißen und Löten. Das alles werden die wenigsten zuhause machen wollen, oder zumindest nicht beim ersten Mal. So auch in dieser Serie, in der wir alle Schritte von 0 bis Fahrrad aufzeigen.

Und kann überhaupt ein Anfänger ohne Schweiß- oder Löt-Erfahrung einen Fahrradrahmen bauen? Ohne, dass die Rohre sich verziehen und der Rahmen schief wird? Das seht ihr in diesem Beitrag.

Willkommen zurück zur lange verzögerten Fortsetzung der Fahrradbau-Reihe. In diesen Beiträgen zeige ich, wie ich mit Motivation, Schweiß und viel Zeit aus einer Idee einen fahrbaren Untersatz aufbaue. Es geht nicht um die reine Komponentenauswahl, sondern ganz besonders auch darum den Rahmen aus Stahl selbst zu bauen. In diesem Beitrag wird genau dieser Schritt im Detail erzählt.

Willkommen zurück in der Beitragsserie zum Thema Fahrradbau. In diesen Artikeln berichtet Michael ‚Mischa‘ Sinner von seiner Reise von der Idee einen Stahlrahmen selbst zu bauen und damit den Traum vom perfekten Rad zu verwirklichen. Alle Beiträge dazu findet ihr hier:

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Der Fahrradbau Kurs

Motivation und Pläne findet ihr oben verlinkt. Nun geht es um das Rahmenbauen selbst. Die Inspiration dazu kam direkt von Robert Pionteks Seite: bigforestframeworks.com

Erst als ich über diese Seite gestolpert bin, hat sich nach und nach die Idee zu einem echten Projekt entwickelt. Die angebotenen Kurse orientieren sich auch an absolute Anfäger – wobei ein gutes handwerkliches Gefühl auf jeden Fall hilft.

Roberts Kurse gehen in der Regel 5 Tage in Potsdam Babelsberg. Ein Ort, der für sich alleine schon einen Besuch wert ist. Das habe ich schnell festgestellt, als ich in der Airbnb-Wohnung angekommen bin. Neben dem Kurs gibts auch so viel zu entdecken – das aber nur am Rande.

Neben gemufften Rahmen gibt es auch die Möglichkeit im Kurs die Rohre direkt zu verlöten (Filet Brazed). Mit dieser Technik hat man mehr Freiheit, da alle Winkel individuell gewählt werden können. Außerdem ist da die Optik. Nichts gegen Muffen (Verbindungsstücke zwischen Rohren). Aber für mein Traumrad möchte ich die Übergänge fließend haben, schön rund schleifen und perfekt ineinander übergehen. Die Wahl fiel also auf den 5 Tages Kurs für einen Filet Brazed Rahmen.

Schweißen oder Löten?

Generell spricht man als themenfremder Neuling vom Schweißen – weiß aber vielleicht gar nicht was der Unterschied zum Löten ist. So ging es mir zumindest, ich wusste nicht einmal ob beim Kurs tatsächlich gelötet oder geschweißt wird.

Generell ist Löten die Technik mit geringerer Temperatur, mit einer Flamme oder Lötkolben plus Lötzinn wird eine Verbindung aus diesen Drei Teilen geschaffen.

Beim Schweißen wird eine deutlich höhere Temperatur erreicht, meist durch unterschiedliche Verfahren. Häufig sieht man elektrischen Strom, der zwei Stahlteile miteinander verbindet – ein zusätzlicher Schweißdraht als weiteres Material ist nicht immer notwendig. Man bringt beide zu verbindenden Teile auf eine so hohe Temperatur, dass sie sich direkt miteinander verbinden.

Da Löten deutlich weniger Spezialwerkzeug benötigt und schneller und einfacher erlernt werden kann, ist das die bevorzugte Methode beim Fahrradbau.

Mein Kurs im Detail

Aufgeräumt und ordentlich begrüßt einen die Vielfalt von mehreren hundert unterschiedlichen Werkzeugen. Diese alltäglichen und sehr speziellen bis handgefertigten Maschinen und Werkzeuge stehen zur Verfügung. Metalspäne, Lötzinn und -silber, Rohre aus Reynolds-Stahl in unterschiedlichsten Arten und Längen. In der Luft liegt ein Geruch von Feuer und Werkstatt – so wie es sein soll.

Vom ersten bis letzten Tag in Potsdam habe ich jeden Tag mindestens 8 Stunden in der Werkstatt verbracht. An zwei Arbeitsplätzen können Amateure wie ich alle Schritte durchführen. Mit maximal zwei Teilnehmern und Robert als Leiter sind nie mehr als 3 Personen zugange. Was angenehm ist, weil man dadurch jederzeit Fragen stellen und Hilfe bekommen kann.

Tatsächlich stellt sich schnell heraus, dass unter Anleitung eines Profis die Schritte gar nicht so kompliziert sind. Hätte man nur all das Spezialwerkzeug. Und die Führungsschienen um alle Rohre und Streben auf den Millimeter genau und im perfekten Winkel zuzusägen. Viele dieser Spezialwerkzeuge hat Robert selbst gebaut.

Mehr zu den einzelnen Schritten in den folgenden Bildern.

Und jetzt?

Jetzt gehts ans Schleifen und Lackieren. Den ersten Schritt mache ich selbst, teils mit der Hand und Schleifpapier, teils mit dem Dremel oder Rundfeile. Sobald das fertig ist geht der Rahmen zum Profi. Dafür habe ich den Tipp von Robert zu einem Spezialisten aus Rosenheim bekommen: www.maxx.de

Und danach werden die Komponenten gewählt und eingebaut. Zum jetzigen Zeitpunkt ist tatsächlich der Rahmen sogar schon sehr weit: lackiert und einige Teile bereits angebaut. Leider komme ich nur sehr selten dazu einen so aufwändigen Artikel zu schreiben. Aber die nächsten Beiträge kommen schon sehr bald. Versprochen!

Ich freue mich über eure Kommentare und Ideen. Schreibt einfach unten etwas oder teilt diesen Beitrag.